Schulgeschichte

200 Jahre Kirchdorfer Schulgeschichte - Kurzübersicht



1803: Erster staatlicher Lehrer in Kirchdorf

1824: Bau des ersten Schulhauses

1880: Ein zweites Schulhaus wird errichtet

1929 - 1932: Bau eines dritten Schulhauses

1963 - 1964: Bau des vierten Schulhauses

1987: Errichtung eines Kindergartens im Schulhaus

2011-2012: Grundsanierung der kompletten Schule 

200 Jahre Kirchdorfer Schulgeschichte

Form und Gestaltung der Schule in Bayern haben sich im Laufe der Jahrhunderte oftmalig geändert. So lag im Mittelalter bis Ende des 17. Jahrhunderts auch in unserem Waldgebiet der Schulunterricht fast ausschließlich in den Händen des Ortsgeistlichen, der sich dazu meist einen Gehilfen nahm. Dessen Haupteinkommen floss vorwiegend aus dem Kirchendienst als Mesner und Organist und aus einer bescheidenen Landwirtschaft, die er mit seiner oft kinderreichen Familie versah.

1803 Erster staatlicher Lehrer in Kirchdorf

Der Schulbesuch war bis dahin freiwillig. Erst mit einer Verordnung vom 23.12.1802 wurde in Bayern die allgemeine Schulpflicht vom 6. bis 12. Lebensjahr verbindlich eingeführt. Eine Gedenktafel an der Außenseite unserer Pfarrkirche erinnert an den ersten vom Staat bestellten  Lehrer des Ortes. Es war Joseph Pintzger, der nach schriftlichen Dokumenten schon seit 1798 in Kirchdorf Dienste als Mesner und Organist leistete. Auf seiner Gedenktafel ist über ihn zu lesen „.... Schülern war er Vater, Lehrer, Freund und mit allen hat ers gut gemeint.“                             Da es damals in Kirchdorf noch kein eigenes Schulhaus gab, stellte Joseph Pintzger nicht gerade zur Freude seiner Ehefrau seine dürftige Wohnstube im sog. „Mesnerhaus“ als Unterrichtsraum zur Verfügung. Am 23.08.1805 besuchten  69 schulpflichtige Kinder die Schule in Kirchdorf.   Die steigende Zahl der Schulpflichtigen erforderte schließlich den Ausbau eines größeren Raumes im Mesnerhaus, der heute als „Frauenbundstüberl“ genutzt wird. In einem Bericht von 1820 heißt es dazu: „Das Schulzimmer ist das niedrigste vom ganzen Königreich Bayern und um mehr als die Hälfte zu klein, ganz dunkel und nass, so dass das Wasser herab läuft und alles verfault. Kurz ein wahrer Kerker, in dem Lehrer und Kinder schmachten müssen. 50 Kinder haben bequem Platz, aber 120 sind meistens alle Tage da.“ 

1824 Bau des ersten Schulhauses

 

Die bisherigen Zustände sind unhaltbar. Die 139 schulpflichtigen Kinder hätten in dem Schulzimmer zusammengedrängt nur stehen können.                                                                    Auf Drängen des Pfarrherrn und des Schulmeisters kam es schließlich neben dem Mesnerhaus zum Bau des ersten Schulhauses, dem sog. „Schulstöckl“. Es ist zwei Stockwerke hoch und hat zwei geräumige Schulzimmer und eine Wohnung für den ersten Schulgehilfen, den Schuldienstexpektanten Josef Ibl, Hufschmiedemeisterssohn aus Straubing. Eigentümer des Erdgeschosses ist die Pfarrgemeinde Kirchdorf, das erste Stockwerk gehört der Gemeinde Kirchdorf. Die Schule ist in 3 Klassen eingeteilt. I. Klasse von 6 – 8 Jahren, II. Klasse von 8 – 10 Jahren und III. Klasse von 10 – 12 Jahren. Der Schulbezirk Kirchdorf umfasste die Gemeinden Kirchdorf, Abtschlag und Schlag sowie die im königlichen Landgericht Grafenau gelegenen Ortschaften Eppenschlag, Fürstberg, Marbach und Gschwendtnermühle. Das waren um die Mitte des 19. Jahrhunderts 1493 Seelen 

1880 Ein zweites Schulhaus wird errichtet

Bereits 1860 besuchten 180 Kinder die Schule und die Zahl stieg in den folgenden Jahres so steil an, dass im Zentrum des  Ortes ein neues Schulgebäude, das sog. „Weiße Schulhaus“, mit Lehrerwohnung im Ergeschoss errichtet werden musste. Das Gebäude lag direkt an der Bundesstraße 85, die zu dieser Zeit noch durch die Ortschaft führte. Aber schon 1910 musste, den steigenden Anforderungen entsprechend, die Lehrerwohnung im Erdgeschoss zu einem weiteren Schulsaal umgebaut werden. Die Schulklassen waren nunmehr auf zwei Schulhäuser verteilt.

1929 – 1932 Bau eines drittes Schulhaus 

Kurz nach dem Umbau des zweiten Schulhauses begannen die Verhandlungen um den Bau eines neuen dritten Schulgebäudes, geführt vor allem von dem damaligen Schulleiter Max Drunkenpolz. Der Plan war erstellt und von der Regierung genehmigt, da verhinderte der Ausbruch des 1. Weltkrieges die Ausführung. Erst in Zeiten großer wirtschaftlicher Not wurde von 1929 bis 1932 ein drittes Schulhaus erbaut. Am 11. Januar 1932 konnte es eingeweiht werden. 1936 wurde noch ein Lehrerwohnhaus angebaut. Das Gebäude liegt an der heutigen Guntherstraße.                                                                                                                                Nun wurde in Kirchdorf gleichzeitig in drei Schulhäusern mit je zwei Lehrsälen Unterricht gehalten, was wohl in weitem Umkreis einmalig war. Neben dem Unterhalt der drei Gebäude gestaltete sich auch die äußere Organisation des Unterrichtsbetriebes derart schwierig, dass schon bald über den Bau eines neuen vierten Schulgebäudes als endgültige Lösung nachgedacht wurde. 

1963 – 1964 Bau des vierten Schulhauses

Am 09. Mai 1963 gab der damalige Gemeinderat unter Leitung des 1. Bürgermeisters Werner Kaufmann einstimmig die Genehmigung zur Vorlage des Bauantrages für eine neues Schulhaus an das Landratsamt Regen. Planer war Architekt J. Schmatz aus Spiegelau. Gebaut werden sollte ein Schulhaus mit 10 Lehrsälen, einer Pausenhalle, Nebenräumen, einem Turnraum und einer Hausmeisterwohnung.                                                                                                          September 1963 war Baubeginn, ausführende Baufirma die Arge Pfeffer-Raith, Bauleitung hatte Architekt J. Schmatz. Bürgermeister Werner Kaufmann hatte am östlichen Rande der Ortschaft neben dem Fußballplatz 1 Hektar Grund der Gemeinde als Baugrund verkauft, auf dem nun das neue Schulgebäude in einer einjährigen Bauzeit errichtet werden konnte.                                    Am Dienstag, den 03. November 1964, übernahmen nach Allerheiligen-Allerseelen die 9 Klassen und die Mädchen-Handarbeitsklassen (1 Lehrsaal) die 10 neuen Klassenzimmer unter dem damaligen Schulleiter Rektor Martin Mieslinger. Als Lehrer unterrichteten in diesem Schuljahr Heimerl Hermine, Gmeinwieser Ingrid, Berger Friedrich, Haller Margot, Patheter Robert, Gmeinwieser Herbert, Haller Reinhard (bis 2.11.64), Brunner Ingeborg, Tamm Dietrich (ab 3.11.64 für Reinhard Haller), Strasser Christine (Hauswirtsch./Handarb.), Pfarrer Friedrich Fürst und Katechetin Brosig Rut. Im Schuljahr 1964/65 besuchten insgesamt 325 Kinder (159 Buben und 166 Mädchen) die Schule.                                                                                                       Die bisherigen drei Schulhäuser wurden aufgelassen und dienen bis heute anderen Zwecken. Im ehemals ersten Schulhaus, dem Schulstöckl, befinden sich nun der Pfarrsaal und das Jugendheim. Das zweite Schulhaus in der Ortsmitte dient jetzt als Rathaus und das dritte Schulhaus an der Guntherstraße wird seit seiner Auflösung als Mehrfamilienhaus genutzt. 

1987 Errichtung eines Kindergartens im Schulhaus

Am 02. April 1987 wurde mit den Umbaumaßnahmen für einen gemeindeeigenen Kindergarten in den Räumen der ehemaligen Hausmeisterwohnung im Kellergeschoss des Schulgebäudes begonnen. Ein Teil des Pausenhofes wurde zu einem Spielplatz für die Kindergartenkinder umfunktioniert. Die ständig ansteigende Zahl der Kindergartenkinder machte einige Jahre später noch einen Anbau auf der Rückseite des Hauses notwendig.

2011 bis 2012 Grundsanierung der Grundschule und Kindergarten

Im Jahr 2011 begann die große Grundsanierung der Schule. Angefangen wurde mit dem Dach und dem Bau eines Heizungsbunker mit neuer Heizungsanlage. Auch wurde in diesem Jahr die komplette Fassade erneuert. Das Wärmeverbundsystem, neue Fenster, der Treppenabgang für die Turnhalle mit Umkleide sowie die Eingangsverglasung im Aulabereich wurden neu erstellt. Die Ostseite des Schulgebäudes erhielt einen Sonnenschutz. Den Ausbau der 115 Fenster übernahmen wieder ehrenamtliche Helfer. Ebenfalls wurde Innen schon mit dem Ausbau der Dusch- und Waschräume im Untergeschoss und dem Abbruch der WC-Anlagen im Obergeschoss begonnen. Da ab April 2012 der Unterricht wegen des Lärms und Schmutzes im Schulhaus nicht mehr abgehalten werden konnte, wurde die Schule komplett nach Rinchnach ausgelagert. Es wurden alle WC-Anlagen erneuert, Wasser- und Stromleitungen sowie Brandschutzabschnitte erstellt. Ein Aufzug wurde eingebaut. Das Schuljahr 2012/13 konnte termingerecht im neuen, hellen Schulhaus beginnen.  

Wir wollen hier auch nochmals allen ehrenamtlichen Helfern recht herzlich danken.




 


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